Wer sein Auto regelmäßig wartet, kommt an einem Thema nicht vorbei: dem Wechsel des Synchronriemens. Dieses Bauteil überträgt die Bewegung der Kurbelwelle auf die Nockenwelle und steuert so die Ventile des Motors. Ein gerissener Zahnriemen kann innerhalb von Sekunden einen Motorschaden verursachen, der die Reparaturkosten in vierstellige Höhen treibt. Wer den Wechsel rechtzeitig einplant, schützt seinen Motor und spart langfristig viel Geld.
Wann muss der Zahnriemen gewechselt werden?
Das Wechselintervall hängt vom Fahrzeugmodell und vom Hersteller ab. Als Faustregel gilt ein Intervall zwischen 60.000 und 120.000 Kilometern oder alle vier bis sechs Jahre, je nachdem, was zuerst eintritt. Besonders das Alter spielt eine wichtige Rolle, denn das Material altert auch bei wenig Fahrleistung. Gummi wird spröde, verliert seine Elastizität und kann reißen, ohne vorher erkennbare Anzeichen zu zeigen.
Typische Warnsignale sind ein klapperndes oder tickendes Geräusch aus dem Motorraum, schwieriges Starten oder ein unruhiger Motorlauf. Verlässlicher als die Symptome ist jedoch der Blick in das Serviceheft, in dem der Hersteller den vorgeschriebenen Wechselzyklus vermerkt hat. Wer die Wartungshistorie seines Fahrzeugs nicht kennt, sollte den Zustand des Synchronriemens umgehend von einer Fachkraft prüfen lassen.
Was kostet der Wechsel in der Werkstatt?
Die Kosten für den Wechsel in einer Fachwerkstatt variieren je nach Fahrzeug erheblich. Bei einem kompakten Pkw mit einfach zugänglichem Motor beginnen die Preise meist bei etwa 300 Euro. Bei Fahrzeugen mit quer eingebautem Motor oder aufwendiger Zugänglichkeit können die Kosten schnell auf 600 bis 900 Euro steigen. Sportwagen und Fahrzeuge mit komplexer Motorarchitektur überschreiten gelegentlich sogar die Tausend-Euro-Grenze.
Ein erheblicher Teil der Kosten entfällt auf den Lohnanteil, denn der Aus- und Einbau ist zeitaufwendig. Das Ersatzteil selbst ist im Vergleich dazu günstig. Viele Werkstätten empfehlen, beim Wechsel gleichzeitig die Wasserpumpe und die Spannrolle zu tauschen, da diese Bauteile ähnlich alt sind und der Zugang zum Wechsel ohnehin bereits besteht.
Zahnriemen selbst wechseln: Was Heimwerker wissen müssen
Erfahrene Heimwerker mit handwerklichem Geschick können den Wechsel unter bestimmten Voraussetzungen selbst durchführen. Wichtig ist, dass das Fahrzeug für diese Arbeit geeignet ist und ausreichend Dokumentation vorliegt. Folgende Werkzeuge und Schritte sind unbedingt notwendig:
Zunächst braucht man ein fahrzeugspezifisches Werkzeugset zur Motorarretierung, das die Kurbel- und Nockenwelle in der richtigen Position fixiert. Ohne dieses Spezialwerkzeug ist eine korrekte Ausrichtung kaum möglich. Außerdem werden benötigt: ein Drehmomentschlüssel, Schraubensätze, ein Wagenheber mit Böcken sowie das passende Ersatzteil in der richtigen Profil- und Längenspezifikation.
Der Ablauf beginnt damit, das Fahrzeug gesichert auf Böcken zu platzieren und den Motor zu arretieren. Anschließend werden Abdeckungen demontiert, die Spannung gelöst und der alte Riemen abgenommen. Vor dem Einbau des neuen Synchronriemens müssen alle Rollen und gegebenenfalls die Wasserpumpe geprüft oder getauscht werden. Nach dem Einbau wird die korrekte Spannung eingestellt und die Ausrichtung kontrolliert. Abschließend dreht man den Motor manuell mehrere Umdrehungen durch, um die korrekte Funktion zu überprüfen, bevor der Zündschlüssel kommt.
Das richtige Ersatzteil wählen
Beim Kauf des Ersatzteils darf man nicht auf die Qualität verzichten. Billige Varianten aus unbekannten Quellen sparen kurzfristig Geld, erhöhen aber das Risiko eines frühzeitigen Versagens erheblich. Maßgeblich sind das Zahnprofil, die Zahnteilung, die Breite und die Gesamtlänge des Riemens. Diese Angaben finden sich in der Fahrzeug-Identifikationsnummer oder im Reparaturhandbuch.
Wer einen hochwertigen Synchronriemen sucht, findet bei spezialisierten Fachhändlern eine große Auswahl in verschiedenen Profilen und Längen, auch als Meterware oder konfektionierte Ausführung. So lässt sich das passende Bauteil für nahezu jedes Fahrzeug und jeden Anwendungsbereich zuverlässig beschaffen. Entscheidend ist, dass das Produkt den Herstellervorgaben des Fahrzeugherstellers entspricht und aus einem Material gefertigt ist, das den thermischen und mechanischen Belastungen im Motorraum standhält.
Sicherheit geht vor
Der Wechsel des Synchronriemens ist eine der wichtigsten Wartungsmaßnahmen am Fahrzeug. Wer unsicher ist oder das notwendige Spezialwerkzeug nicht besitzt, sollte die Arbeit lieber einer Fachwerkstatt überlassen. Ein korrekt montierter Zahnriemen mit dem richtigen Anzugsmoment und der richtigen Spannung schützt den Motor zuverlässig und gibt dem Fahrer die nötige Sicherheit auf der Straße.

